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Waidblau

Und es klappt doch!!!

An diesem Wochenende war endlich das langersehnte Waid-Blaumach-Treffen mit Regilla und Meirah.

Nachdem meine Waidfärbungen in den letzten Jahren immer in die Hose gegangen waren, wollte ich mir eigentlich schon nicht mehr die Mühe machen, wieder neue Pflänzchen anzubauen. Aber dann kam im Vorfrühling Regillas Beitrag im Flinkhandforum, dass sie immer ganz gut das Blau hinbekommt und ich habe sie kurzerhand eingeladen. Meirah wollte sich auch noch zu uns gesellen und so war schonmal die erste Idee zu einem Treffen geboren.

Also säte ich Mitte April wieder ein kleines Stückchen Beet ein - das war übrigens recht spät, aber der Winter war lang... Zunächst nur zögerlich, aber dann üppig wuchs der Waid und das Treffen war gedeckelt. Jetzt nur darauf achten, dass die Pflanzen kein Opfer der Schnecken wurden, aber die hielten sich zum Glück zurück :-)

Gestern kamen dann also meine Gäste an und nach etwas Verschnaufen legten wir auch direkt los. Regilla hatte ebenfalls noch Waid mitgebracht und mein Beet ergab einen Eimer voll Blätter.

Nach der kleinen Hürde eines Stromausfalles gings dann los: die Blätter kamen ins kochende Wasser, wurden kurz blanchiert und das Farbbad wurde sofort mittels kaltem Wasser runtergekühlt  auf 60°C.
Nun noch ganz wenig verdünnte Natronlauge rein und rühren, pH Wert überprüfen, Blätter rausfischen und ausdrücken, Dithionit und Kochsalz dazu und abwarten.

Dann kam die Wolle in die inzwischen gelbe Küpe und heraus kamen schöne Blau- und Türkistöne bzw. ein saftiges Grün meiner Gelbüberfärbung.
Ich bin total hingerissen, dass das Ganze blau wurde und verblüfft, dass die Färbung eigentlich ganz einfach war und nun warte ich schon ungeduldig darauf, dass mein Waid wieder nachwächst und ich wieder Blau machen kann. Zum Glück muss ich bis dann erst einmal Garn produzieren.

Hier jetzt ein paar Bilder:

Regilla rührt die Waidblätter im kochenden Wasser - daneben schon die Gießkanne mit dem "Kühlwasser"

Die fertige Küpe mit Garn. 

Meirah und Regilla nehmen Wolle aus dem parallelen und stärker dosierten Zweitbad.

Die fertigen Farben im Detail - die Wolle war noch nicht ausgespült.

Eine Färbung tendierte leicht ins grünlich-türkise und wir gingen natürlich auf Ursachenfahndung:
Der Waid dieses Farbbades war wegen Transportes schon früher geerntet.
Wir hatten versehentlich die Natronlauge vor dem Abkühlen zugefügt.
Wegen der höheren Waidkonzentration war mehr Wolle drin.
Woran es lag, konnten wir nun aber nicht endgültig herausfinden - das wird dann die Erfahrung zeigen.

Beim Auswaschen und Fixieren/Neutralisieren mit Essig wurde auch diese türkis-grüne Färbung noch blauer, auf Leinen sogar genauso blau wie die andere Färbung.

Ich finde es faszinierend, wie leichte Veränderungen die Farbe beeinflussen und mag das Zusammenspiel der insgesamt sehr harmonischen Farbtöne. Insgesamt hat die Waidfärbung eine etwas mattere Farbe als eine Färbung mit Indigo.

Weitere Züge ergaben leicht hellere Farben und das Farbbad erschöpfte sich weniger schnell, als ich dachte - wohl auch weil wir fast nur Pröbchen gefärbt hatten.

Übrigens entspricht ein Kilo frische Waidblätter 2g Indigo. Man braucht also eine große Menge Grünzeug zum Färben.
Für mich bedeutet das, dass im kommenden Jahr wohl ein größeres Beet nötig wird. Und das mir mit meinem schwarzen Daumen...

27.6.10 16:11
 
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